Privates

Freundliche Malteser

Mentalität der Malteser

Sind die Malteser eigentlich nette Menschen? Sind sie Ausländern gegenüber aufgeschlossen?

Man kann vieles an Malta kritisieren. Wer sich eine paradisische Urlaubsinsel mit langen Sandstränden vorstellt, auf der es grünt und blüht und herrliche Ruhe herrscht, wird enttäuscht sein. Malta ist an vielen Stellen laut und leider auch an einigen Stellen immer noch recht dreckig, obwohl sich das seit ein paar Jahren schon ein wenig gebessert hat. Manches wirkt auch auf den ersten Blick völlig chaotisch und der viele Autoverkehr auf Malta macht meiner Meinung nach den Charme der Insel kaputt. Ich werde bald mehr darüber berichten, sobald ich die Zeit dazu finde.

Aber eines fällt mir doch immer wieder positiv auf und das ist ein Grund, weshalb ich hier wohne: Die Mentalität der Leute. Die Malteser sind sehr freundliche und hilfsbereite Menschen. Wer als Europäer nach Malta kommt, wird dies bald in vielen Situationen merken. Manchmal sind es nur die Kleinigkeiten, die das Leben hier lebenswert machen.

So passierte es mir heute, als ich in dem kleinen Tante-Emma-Laden in meiner Nähe einkaufen war. Zwei nette Herren betreiben diesen winzigen und völlig verkramten Laden. Ich kaufe dort nur Kleinigkeiten und werde immer herzlich begrüßt. Heute fragte ich nach Zitronen und dachte mir eigentlich schon, dass sie keine haben, aber in maltesischen Geschäften fragt man besser immer mal nach, denn es könnte immer irgendwo noch eine kleine Ecke sein, wo noch Waren lagern, denn in Malta wird ja schließlich jeder Quadratzentimeter genutzt. 🙂
Als ich also den einen der beiden Herren nach Zitronen fragte, meinte er, er hätte keine, aber ich solle mal warten und dann rannte er aus dem Laden. Ein paar Minuten später kam er wieder mit einer Tüte voller Zitronen. Die hatte er schnell in seinem Garten gepflückt und mir geschenkt. Ist doch nett, oder? Und lecker sind die!

7 Kommentare

7 Kommentare

  1. […] gibt es immer wieder freundliche Malteser. Ich habe den Verkäufer gefragt, ob er mir die Heizung liefern kann. Und prompt lädt er sie in […]

  2. höflich aber verschlossen sagt:

    Freundlich aber reserviert

    nach 3 Jahren auf Malta und vergleichbaren Zeiten in anderen südeuropäischen Ländern und in Nordamerika, nach Erfahrungen in einer israelischen Firma finde ich, dass sich die maltesische Mentalität deutlich von der anderer (Mittelmeer) Länder unterscheidet. Die Menschen auf Malta sind höflich und korrekt und auf ihre Art liebenswert – aber: sie sind reserviert und bleiben gerne unter sich. Nach vergleichbarer Zeit in anderen Ländern hatte ich immer auch private Kontakte zu Einheimischen – auch solche die bis heute andauern. In Malta ist das leider anders: private Kontakte zu Einheimischen ergeben sich so gut wie gar nicht. Ich habe immer das Gefühl einer unüberwindbaren Grenze im zwischenmenschlichen Bereich. Sie wollen unter sich bleiben. Dieses Gefühl haben auch viele andere Ausländer die hier leben und arbeiten. Und es erstreckt sich leider auch auf Beziehungen. Eine gewisse Verschlossenheit und unsichtbare Grenze ist immer da. Mich selbt überrascht die Inselmentalität: war das Land doch über 150 Jahre Teil des British Empire und gehört nach wie vor zum Commonwealth und Englisch ist zweite Landessprache. Zu Sizilianern habe ich übrigens sehr engen und langjährigen Kontakt. Man muss die Menschen auf Malta natürlich so nehmen wie sie sind. Aber Malta ist nicht Spanien, Portugal oder Italien.

  3. Martina sagt:

    Ich kann habe nach 4 Jahren Malta auch eine andere Meinung. Die Malteser sind alles andere als Gastfreundlich. Sie sind höflich, aber reserviert. Teilweise sogar ausländerfeindlich. Ich denke, man sollte potentielle Auswanderer darauf hinweisen, dass Malteser nicht die Mentalität besitzen, welche wir von Südeuropäern gewohnt sind. Man ist hier schon sehr isoliert. Ich habe schon in drei südeuropäischen Ländern gelebt und auf Malta ist es mit Abstand am wenigsten gastfreundlich. Ich war sehr enttäuscht. Wer Geld machen will ist hier gut aufgehoben. Aber wer etwas für’s Herz sucht wird sich in Grieschenland & Co besser fühlen.

  4. Heiko sagt:

    meinen Kommentar vom Juli ´14 möchte ich mit neuen Erfahrungen ergänzen:

    Ich lebe hier nicht das typische Leben anderer Ausländer, da ich auf Malta kulturelle Events veranstalte und auch vor der Kamera stehe. Die maltesische Gesellschaft ist eine – und das sind meine ganz eigenen Erfahrungen und andere machen andere Erfahrungen- nach außen offene und gleichzeitig nach innen geschlossene Gesellschaft. Wer hier herkommt um zu arbeiten oder sich in irgendeinem Bereich selbstständig zu machen (Vorsicht: Malta selbst hat nur sehr eingeschränkte Märkte) hat hier die Freiheit dies zu tun und wird auch nicht von der in unserer Heimat überbordenden Bürokratie erschlagen. Die Menschen hier sind interessiert und gebeistert, wenn man etwas auf Malta (!) und mit Bezug auf Malta macht. Es muss Malta draufstehen und drinstehen! Leider, und das ist der Unterschied zu Erfahrungen mit langjährigen und sehr sehr engen Freunden und Beziehungen zu Menschen aus anderen Mittelmeerländern: Wenn man Malta verlässt oder etwas dahingehendes signalisiert geht das Interesse der Menschen am Kontakt sehr schnell verloren; und das beim Umzug ins Nachbarland Italien.Es ist ein bisschen wie auf einem Dorf im Odenwald; wer nach Mannheim oder Frankfurt zieht ist für die Dorfbewohner uninteressant geworden, hört auf zu existieren. Was Filme betrifft: ich habe mitgespielt, war Set-Fotograf und: erscheine I(wie einige andere Ausländer auch) weder im Abspann noch wird erwähnt dass ich die Fotos gemacht habe. Aus meiner Sicht und Erfahrung „organisiert“ sich die maltesische Gesellschaft über familiäre Bindungen und Freundschaften die meist in der frühen Kindheit entstehen; ab diesem Zeitpunkt bleibt man dann weitgehend unter sich. Und das in sehr viel höherem Maß als z.B. in Italien, Spanien, Griechenland oder auch Menschen aus dem Raum Istanbul. Daraus ergeben sich Halt und Sicherheit für die Menschen auf Malta, sowohl in privater als auch in beruflicher Hinsicht.. Das absolute Gegenteil der individualisierten Gesellschaften in Deutschland, England oder den USA. Das Maltesisch eine Sprache ist, die weltweit von vielleicht 2 Millionen Menschen (fließend) gesprochen wird, spielt dabei auch eine wichtige Rolle; Englisch ist die Verkehrssprache, aber Maltesisch die Sprache der Herzen. Und die sprechen die wenigsten Ausländer. Ich bleibe nach meinem Wegzug Malta verbunden, nehme viel positives für mein weiteres Leben mit, aber: meine Kontakte zu Einheimischen bleiben weit weniger intensiv wie zu Menschen aus anderen Mittelmeer-Regionen.

  5. Heiko sagt:

    jetzt konnte ich meine Rechtsschreibfehler nicht korrigieren ;o)

    Dass Maltesisch eine Sprache ist …. etc

  6. Ingo sagt:

    Nach fast 6 Jahren in Malta würde ich Heiko und Martina da weitgehenst zustimmen, würde aber bei dem nach außen höflich aber reserviert noch einen Schritt weitergehen. Besonders in den letzten 3-4 Jahren hat sich Malta extrem verändert. Ja, die Menschen sind größtenteils nach außen höflich und freundlich, aber meist nur so lange sie denken man könnte ihnen noch von Nutzen sein. Viele Malteser haben wenn sie Ausländer treffen vor allem im Sinn wie sie dich finanziell ausnutzen können. Und für Menschen aus dem deutschsprachigem Raum gilt das besonders. Ich habe die letzten 4 Jahre 4 Vermieter gehabt. Alle haben versucht mich bei den Nebenkosten (Strom und Wasser) über den Tisch zu ziehen. Einer nur im kleinen Bereich (10-15 Euro pro Monat) zwei im größeren Bereich (30-100,– Euro pro Monat) und einer richtig im großen Stil (1800,– in 3 Monaten). Und die Höflichkeit verschwindet sofort wenn es ums Geld geht und man versucht seine Rechte durchzusetzen.
    Ja, es gibt auch diese Höflichkeit wie du es mit der Heizung beschrieben hat. Meist muß man dann aber schaun ob er dann nicht vorher für was anderes mehr berechnet hat. Ja, es gibt tatsälich auch ein paar ehrliche, offene, nette und höfliche Malteser, doch die bilden leider eine Minderheit.

  7. Sandra Edlinger sagt:

    Leider muss ich sagen, dass – nach meiner individuellen Erfahrung – die Malteser zu den am wenigsten gastfreundlichen Menschen Europas gehören. Und wir haben Europa fast ganz bereist. So habe ich beispielsweise zwar erfahren, dass der Barista mein Englisch ausgebessert hat (danke dafür – es gibt keinen Coffee to go nur einen to take away) sich aber zeitgleich geweigert hat für meine Freundin einen doppelten Espresso zuzubereiten, weil er ihn nur einfach macht. Der Kunde ist eben nicht König.
    Unser Vermieter drohte meinem Mann laut und uncharmant mit Schadensersatz (you have to pay you have to payl, weil er die Grillfunktion im Backrohr verwendet hatte und dabei die Tür vom Backrohr nicht offen gelassen hatte??? Logisch, nicht? Aufgrund einer Überhitzung (denke ich) ist die Sicherung gegangen, kein Schaden war passiert.
    Usw. Mein Resümee, wenig Herz,traurig.

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